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Gründung erlebbar machen

Wie das Entrepreneurship Education Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein junge Menschen früh für unternehmerisches Denken begeistert.

Porträt Anna-Lena Gerber, Leitung Entrepreneurship Education Kompetenzzentrum in Kiel

Als Projektleiterin des Entrepreneurship Education Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein baut Anna-Lena Brücken zwischen Schulen, Startups und Hochschulen, damit Jugendliche früh unternehmerisches Denken und Selbstwirksamkeit erleben. Foto: EEK Schleswig-Holstein

Mutig sein und loslegen – genau das ermöglicht das neue Entrepreneurship Education Kompetenzzentrum (EEK) Schleswig-Holstein. Mitten im Wissenschaftspark Kiel ist hier eine zentrale Anlaufstelle für Schulen und Lehrkräfte entstanden, die Entrepreneurship Education praxisnah in den Unterricht bringen möchten.

Geleitet wird das Zentrum von Anna-Lena Gerber, ehemalige Social-Startup-Gründerin und heute Projektleiterin bei SEEd – Social Entrepreneurship Education. Ihre Erfahrung aus der Praxis prägt den Ansatz des Zentrums: Entrepreneurship Education ist mehr als Wirtschaft: Sie ist eine Haltung, die junge Menschen befähigt, Verantwortung zu übernehmen, kreativ zu denken und die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Im Interview erzählt Anna-Lena Gerber, welche Lücke das EEK im Land schließt, wie Schule, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenwirken und wie so Schritt für Schritt ein Entrepreneurship-Ökosystem für Jugendliche entsteht.
 

Welche Lücke in der Gründungslandschaft Schleswig-Holsteins schließt das EEK?

In Schleswig-Holstein gibt es schon viele gute Einzelangebote rund um Gründung, Berufsorientierung und Zukunftskompetenzen. Was bisher gefehlt hat, ist eine zentrale, verlässliche Anlaufstelle speziell für Schulen, die Lehrkräften Orientierung gibt und die Umsetzung im Alltag leichter macht.

Das Kompetenzzentrum schließt genau diese Lücke: Es verbindet das Landeskonzept Entrepreneurship Education mit der konkreten Umsetzung vor Ort. Für junge Menschen bedeutet das ganz konkret: Sie kommen frühzeitig in Kontakt mit unternehmerischem Denken, erleben Selbstwirksamkeit und lernen, eigene Ideen ernst zu nehmen – unabhängig davon, ob daraus später ein Startup entsteht oder nicht. Sie üben Problemlösung, Teamarbeit und Verantwortungsübernahme an realen Fragestellungen aus ihrer Lebenswelt.


Wer hat das EEK initiiert und welche Rolle spielt es für den Bildungsstandort Schleswig-Holstein?

Initiiert wurde das Kompetenzzentrum von Campus Business Box e.V. / opencampus.sh gemeinsam mit SEEd – Social Entrepreneurship Education. Beide Partner bringen langjährige Erfahrung in der Entrepreneurship Education und ein starkes Netzwerk aus Bildung, Wissenschaft und Gründung mit. Finanziert wird das Zentrum durch das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur und die Joachim Herz Stiftung. Außerdem wird es durch zahlreiche Partnerinnen und Partner aus dem Umfeld von Schule, Hochschule und Wirtschaft im Land untersützt. Die Weiterentwicklung erfolgt bewusst kooperativ, im engen Austausch mit Schulen, Lehrkräften, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie bestehenden Landesstrukturen.

Schleswig-Holstein nimmt mit seinem Landeskonzept Entrepreneurship Education bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das Kompetenzzentrum ist ein entscheidender Umsetzungspartner, um diese ambitionierten Ziele nachhaltig in die Praxis zu bringen. Es stärkt den Bildungsstandort, indem es Schulen entlastet, Orientierung bietet und Qualität sichert. Gleichzeitig macht es sichtbar, dass Schule ein Ort ist, an dem Zukunft gestaltet wird, praxisnah und gesellschaftlich relevant.


Wie unterstützt das Zentrum Schulen und Lehrkräfte ganz konkret?

Ein zentrales Anliegen ist es, Lehrkräfte nicht mit zusätzlichen Anforderungen zu überfordern, sondern sie gezielt zu stärken.

Das geschieht zum Beispiel durch:

  • kurze Impulsformate für Fachkonferenzen oder Schulentwicklungstage
  • praxisnahe Fortbildungen in Kooperation mit IQSH und weiteren Partnern
  • erprobte Unterrichtsmaterialien und Methoden, die direkt einsetzbar sind


Wie bringt das Netzwerk aus Startups, Hochschulen und Bildungsakteuren echte Gründungsluft in die Schulen und wie entsteht daraus ein Entrepreneurship-Ökosystem für Jugendliche?

Unternehmertum wird erlebbar, wenn Gründerinnen und Gründer persönlich berichten, Schulklassen Innovationsorte besuchen oder Studierende und Forschende neue Perspektiven einbringen.

Ganz praktisch geschieht das über Begegnung und gemeinsame Formate: Startup-Besuche im Unterricht, Workshops an außerschulischen Lernorten, gemeinsame Veranstaltungen, Fortbildungen und Netzwerkformate. Das Kompetenzzentrum übernimmt dabei die Koordination und Übersetzung zwischen den Systemen – Schule, Hochschule, Wirtschaft – die oft unterschiedlich ticken. So entstehen Kooperationen, die realistisch umsetzbar sind und für alle Seiten Mehrwert bieten.

Entscheidend ist dabei, dass Angebote nicht vereinzelt stehen bleiben. Erste Impulse in der Schule führen zu vertiefenden Projekten, zu Wettbewerben, zu Begegnungen mit Startups und zu Anschlussmöglichkeiten nach der Schulzeit. So entsteht Schritt für Schritt ein Umfeld, das Jugendliche ermutigt, Ideen weiterzudenken – unabhängig von Herkunft, Schulform oder sozialem Hintergrund.

Für Schülerinnen und Schüler macht das einen großen Unterschied: Sie treffen Menschen, die ihren eigenen Weg gegangen sind, hören von Umwegen und Zweifeln und erleben, dass Gründung nichts Elitäres ist, sondern etwas Gestaltbares. Zusätzlich teilt sich das EEK die Räume mit dem Gründungshub und hat somit noch mehr Bezug zu Gründerinnen und Gründern.


Welche Vision verfolgt das Kompetenzzentrum für die kommenden Jahre?

Das Landeskonzept Entrepreneurship Education setzt das klare Ziel, alle Schülerinnen und Schüler mindestens einmal während der Schulzeit zu erreichen. Unsere Vision im Kompetenzzentrum ist es, dieses Ziel mit Leben zu füllen – durch praxisnahe Angebote, echte Lernerfahrungen und eine enge Zusammenarbeit mit Schulen im Land.

Langfristig soll das Kompetenzzentrum weiter wachsen: mit regionalen Knotenpunkten, einem starken digitalen Angebot und einer engen Verzahnung mit bestehenden Landesprogrammen. Entscheidend ist für uns dabei, praxisnah zu bleiben und wirklich an den Bedarfen von Schulen, Lehrkräften und Jugendlichen anzusetzen.

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