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Gründungsmut und Female Empowerment

Die angehende Gründerin Giulia Nunes Loewe zeigt, wie junge Frauen durch praktische Projekte und Vernetzung ihre Visionen verwirklichen.

Porträt Giulia Nunes Loewe

Giulia Nunes Loewe engagiert sich für mehr Female Entrepreneurship und zeigt, wie junge Frauen durch Wettbewerbe, Ehrenamt und Netzwerke den Mut finden, eigene Ideen zu verfolgen. Foto: privat

Schon als Kind hatte Giulia Nunes Loewe das starke Bedürfnis, etwas zu bewegen – damals mit der Idee, ein Unternehmen zu gründen, das gegen Tierversuche wirkt. Später begann sie, sich in verschiedenen Bereichen zu engagieren, etwa bei LCOY Germany, Europas größter Klimakonferenz für junge Menschen, oder beim Junior Economics Club Berlin, wo sie englischsprachige Workshops für Schülerinnen und Schüler mitorganisierte.

Heute studiert die 20-Jährige Management und Technology im ersten Semester an der Technischen Universität München (TUM) und engagiert sich ehrenamtlich im Young Founders Network (YFN). Gemeinsam mit der YFN-Vorständin Katharina Ziese Suari organisiert Giulia Nunes Loewe aktuell den Female Entrepreneurship Summit am 18. April in München, ein Event von Frauen für Frauen.

Im Interview spricht sie über ihre Vision einer Schule, die Raum für Selbstentdeckung bietet, über die Kraft von Wettbewerben und warum sie mit einer eigenen Plattform den Zugang zu außerschulischer Bildung erleichten möchte.


Wenn du an deine Schulzeit zurückdenkst: Was hat dir am meisten geholfen, unternehmerisches Denken zu entwickeln – und welche Rolle hat die Schule dabei gespielt?

Ehrlich gesagt kam der größte Impuls nicht aus der Schule, sondern aus eigener Initiative. Ich fand es schon früh spannend, auf LinkedIn zu schauen, was andere junge Menschen machen, welche Projekte es gibt und an welchen Wettbewerben man teilnehmen kann. So bin ich dann zum Beispiel beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen, bei Startup Teens und beim Deutschen Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler gelandet.

In der Schule selbst war das Thema Gründung eher am Rand präsent. Ich war zwar auf einem Wirtschaftsgymnasium, da hatten wir auch mal Businesspläne als Unterrichtsthema, aber da hatte ich mich über die Wettbewerbe längst mit dem Thema beschäftigt. Ich glaube, Schulen könnten hier noch viel stärker zeigen, dass das Thema Gründen auch für junge Menschen ein realistischer und erstrebenswerter Karriereweg ist.
 

Wie wichtig sind aus deiner Sicht Wettbewerbe, Projekte oder praktische Formate zum Thema Gründung in der Schule?

Extrem wichtig. In der Schule lernt man oft eher passiv, bekommt viel Input, aber selten die Chance, selbst etwas auszuprobieren. Wettbewerbe oder auch ein Ehrenamt verändern das komplett: Man arbeitet an einer eigenen Idee oder übernimmt Verantwortung und merkt, dass man etwas bewegen kann. Für mich waren solche Formate auch eine Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, die ähnlich denken. Auf einmal sitzt man mit anderen zusammen, die auch Ideen haben und etwas bewegen wollen und daraus entstehen oft neue Projekte.

Gerade junge Menschen bringen dabei eine große Offenheit mit. Man hat weniger Angst zu scheitern und probiert Dinge einfach aus. Deshalb finde ich es so wichtig, früh Zugang zu solchen Angeboten zu bekommen. Wenn man einmal erlebt hat, dass Unternehmertum realistisch ist, trauen sich viele auch viel früher, eigene Ideen weiterzuverfolgen.
 

Du hast bereits eine Geschäftsidee entwickelt und möchtest sie in den kommenden Semesterferien ausarbeiten Worum geht es?

Meine Idee ist eine zentrale Plattform für außerschulische Bildungsangebote – vom Ehrenamt über Workshops bis zu Austauschprogrammen – damit junge Menschen leichter Zugang zu solchen Möglichkeiten bekommen. Es gibt so viele tolle, kostenfreie Angebote, aber sie sind einfach schwer zu finden: Man muss erst bestimmte Netzwerke kennen oder sich durch unübersichtliche Webseiten kämpfen, um passende Angebote zu finden.

Die Plattform soll zeigen, wie vielfältig Engagement sein kann und dass man schon früh Verantwortung übernehmen und Dinge bewegen kann. Aktuell befindet sich die Idee noch in einer frühen Phase: Ich habe erste Konzepte ausgearbeitet und möchte sie in den kommenden Monaten weiterentwickeln. Mein langfristiges Ziel ist es, mit Schulen zusammenarbeiten und eine übersichtliche App zu entwickeln, die verschiedene Engagement- und Förderangebote für junge Menschen bündelt.
 

Du bist im Young Founders Network aktiv und organisierst gemeinsam mit Katharina den Female Entrepreneurship Summit in München. Was können junge, gründungsinteressierte Frauen hier konkret mitnehmen und welche Ziele verfolgt ihr mit dem Summit?


Wir möchten junge Frauen für Unternehmertum und Innovation begeistern, sie mit Gründerinnen und relevanten Netzwerken vernetzen und ihnen den Einstieg in eigene Projekte oder Start-ups erleichtern. Vor allem möchten wir jungen Frauen aber zeigen: Ihr könnt eigene Idee umsetzen! Viele haben tolle Ideen, wissen aber nicht so recht, wo sie anfangen sollen, oder trauen sich nicht – genau da setzt der Summit an.

Der Female Entrepreneurship Summit bringt mehr als  300 junge Frauen zusammen, um Gründerinnen persönlich kennenzulernen, Inspiration zu sammeln und zu sehen, wie man Projekte wirklich angeht. In Workshops, Panels und Keynotes können sie erste Schritte gehen, verschiedene Initiativen kennenlernen und sehen, dass Unternehmertum machbar ist, auch als junge Frau.

Auf der Bühne teilen erfahrene Speakerinnen aus Startups, Tech-Szene und Venture Capital, wie sie ihre Ideen umgesetzt haben, welche Hürden sie hatten und welche Möglichkeiten es gibt, eigene Projekte zu entwickeln.
 

Was würdest du anderen jungen Frauen mit auf den Weg geben, und welche Vision hast du für die Schule der Zukunft?

Traut euch, sichtbar zu sein, laut zu fragen und Chancen aktiv zu ergreifen. Geht mutig an eure Ideen heran, lasst euch nicht verunsichern und seid selbstbewusst!

Für die Schule wünsche ich mir projektbasiertes Lernen und mehr Raum zur Selbstentdeckung. Schülerinnen und Schüler sollten früh herausfinden können, was sie wirklich interessiert, statt nur für ihren Lebenslauf zu lernen. Gleichzeitig sollten Schulen Engagement und außerschulische Lernmöglichkeiten fördern – ob durch Bildungsreisen, Workshops oder Zugang zu Wettbewerben –, damit junge Menschen Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Karrierewege kennenlernen und früh erleben können, dass auch unkonventionelle Wege spannend sind.

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