„Jedem jungen Menschen die Chance geben, unternehmerisch tätig zu werden“
Gemeinsam für mehr unternehmerische Bildung: Die Mitglieder des Initiativkreises Gründung in school mit ihrer Vorsitzenden Gitta Connemann. Foto: © BMWE / Andreas Mertens
Unternehmerische Bildung ist eine Schlüsselkompetenz für die Zukunft. Das machte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Vorsitzende des Initiativkreises Gründung in school, Gitta Connemann, beim Austausch mit den Initiativen Anfang März im Bundeswirtschaftsministerium deutlich: „Mir geht es darum, jedem die Möglichkeit zu geben, sich entfalten zu können.“ Besonders wichtig sei, dass auch Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Lebensrealitäten die Chance erhalten, unternehmerisch tätig zu werden.
Unternehmerische Bildung strukturell stärken
Im Gespräch mit den Initiativen stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie unternehmerische Bildung strukturell in den Lehrplänen, in der Lehrkräfteausbildung und in schulischen Strukturen verankert und so für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich gemacht werden kann. Die Initiativen verwiesen dabei auf die Notwendigkeit, Projektzeit im Schulalltag zu schaffen, damit Lehrkräfte praxisnahe Formate flexibel umsetzen können. Connemann betonte zudem die Bedeutung einer verständlichen Sprache: „Sprache kann ausschließen und einbinden. Wir müssen alle mitnehmen.“ Entscheidend sei deshalb eine Sprache, die Jugendliche erreicht und das Potenzial unternehmerischen Handelns sichtbar macht.
Der Austausch zeigte auch: Um Initiativen und Projekte in die Fläche zu bringen, braucht es klare Regelungen, Unterstützung auf Bundes- und Länderebene sowie die Einbindung der Kultusministerkonferenz. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Praxisnähe, Geschichten aus der realen Unternehmenswelt und Vorbilder entscheidend sind, um Jugendliche zu begeistern und für unternehmerisches Handeln zu motivieren.
Künstliche Intelligenz als Zukunftsthema
Neben bildungspolitischen Fragen spielte auch ein Zukunftsthema eine wichtige Rolle: der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Entrepreneurship Education. Die Geschäftsstelle Gründung in school stellte dazu eine Bedarfsmittelanalyse vor. Sie gibt einen Überblick über bestehende KI-Lehrmaterialien, wertet Erfahrungen der Initiativen mit dem Einsatz von KI aus und identifiziert zukünftige Bedarfe sowie mögliche Handlungsfelder für den Initiativkreis.
Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in vier Workshops an konkreten Fragestellungen: Wie kann KI Lehrkräfte im Unterricht entlasten? Welche Rolle spielt kritisches Denken und Wertebildung, wenn Schülerinnen und Schüler mit KI recherchieren oder arbeiten? Wo kann KI sinnvoll bei der Umsetzung von Projekten oder beim Prototyping von Ideen unterstützen und wo nicht? Und schließlich: Wie können digitale Tools Schülerinnen und Schüler beim Lernen, bei der Zusammenarbeit oder beim Finden passender Projekte besser unterstützen?
Die Diskussionen machten deutlich, dass KI in der Entrepreneurship Education großes Potenzial bietet – vorausgesetzt, sie wird reflektiert eingesetzt. Kritische Recherche, verantwortungsvolle Nutzung und kreative Eigenleistung bleiben zentrale Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit neuen Technologien entwickeln müssen.
Gemeinsam Zukunftskompetenzen stärken
Der Austausch verdeutlichte einmal mehr: Entrepreneurship Education lebt vom Zusammenspiel vieler Akteure. Von der Basisarbeit der Initiativen über die Expertise von Lehrkräften bis hin zur politischen Unterstützung geht es darum, jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und Zukunftskompetenzen stärken können.